Das Projekt 400plus stellt für die Canon EOS 400D eine Erweiterterung der Firmware auf Basis von Magic Lantern zur Verfügung. Dabei wird die originale Firmware-Version der Kamera nicht zerstört.

Einige nützliche Funktionen wären:

  • autoISO und SafetyShift
  • erweiterte AEB-Möglichkeiten (9 Bilder, ISO Modus,…)
  • RAW Ausgabe im Automatikmodus
  • erweiterte Langzeitbelichtungsmöglichkeiten (100sek, …)

Seid euch dennoch bewusst, dass ihr die Software der Kamera verändert und das etwas schief gehen kann. Ihr tut das alles auf eigene Gefahr! Bitte lest euch diese Warnung (Englisch) nochmal in Ruhe durch, bevor ihr anfangt.

Vorbereitung:

Um die neuen Funktionen zu bekommen, benötigt man ein Kartenlesegerät, weil man über USB leider nichts auf der Kamera installieren kann. Die Batterie sollte auch aufgeladen sein und die Kamera die aktuelle Firmware 1.1.1 aufgespielt haben.

Aktivierung:

Als Erstes leert man die Speicherkarte und lädt sich zur Vorbereitung der Kamera eine Aktivierungsdatei herunter, entpackt das Archiv und kopiert die testfir.fir Datei via Kartenleser drauf. Die Karte kann man dann wieder in die Kamera stecken und das Firmwareupdate starten. Der Bildschirm der 400D wird schwarz und man sollte mindestens 2 Minuten warten, bevor man die Kamera ausschaltet, die Batterie entfernt und dann wieder einsetzt.

Firmware aufspielen:

Da 400plus eine nicht zerstörende Erweiterung ist, muss jede Speicherkarte für die Kamera extra vorbereitet werden, damit die Funktionen verfügbar sind. Unter Linux geht das sehr einfach mit Bordmitteln, einem Terminal und dem Kartenleser. Dazu findet man zunächst heraus, wo der Kartenleser eingehangen wird. Bei Ubuntu 12.04 war es beispielsweise /dev/sdc1. Dann öffnet man ein Terminal und gibt folgende Befehle nacheinander ein.

Für Karten bis 2GB und FAT12/16 Formatierung:

dev=/dev/sdX1 # das X mit dem Buchstaben des Kartenlesers ersetzen (erste Partition)
echo EOS_DEVELOP | sudo dd of=“$dev“ bs=1 seek=43 count=11
echo BOOTDISK | sudo dd of=“$dev“ bs=1 seek=64 count=8

Für Karten ab 4GB und FAT32 Formatierung:

dev=/dev/sdX1 # das X mit dem Buchstaben des Kartenlesers ersetzen (erste Partition)
echo EOS_DEVELOP | sudo dd of=“$dev“ bs=1 seek=71 count=11
echo BOOTDISK | sudo dd of=“$dev“ bs=1 seek=92 count=8

Dann lädt man sich die neueste Firmware herunter, entpackt diese und kopiert die autoexec.bin auf die Karte. Wenn man andere Sprachen als Englisch haben möchte, sollte man auch die languages.ini mit kopieren. Dann kann man die Karte wieder in die Kamera stecken und sie anschalten. Wenn die blaue LED beim Start kurz leuchtet, ist die Firmware erfolgreich geladen. Das Menü erreicht man mit der Taste neben dem Druckersymbol.

Alle neuen Funktionen kann man im deutschen Benutzerhandbuch nachlesen.

Creative Commons LizenzvertragDie Anleitung und die enthaltenen Bilder stehen unter Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Die Anleitung wurde mit Firmware 1.1.1 und 400plus Version 20120415-13 unter Ubuntu Linux 12.04 LTS getestet und erstellt. Als Vorlage diente die offizielle Englische Anleitung.

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Einleitung:

Um ein sinnvolles HDR-Bild erstellen zu können, benötigt man 3 Bilder des gleichen Motivs. Eins sollte unterbelichtet sein, eins normal belichtet und eins überbelichtet. Bei der Canon EOS 400D gibt es dafür einen Automatismus, den man wunderbar dafür Zweckentfremden kann. Weiterhin benötigt man eine Software, welche die Bilder dann verarbeitet. Ich habe mich für das kostenlose Open Source Programm Darktable entschieden, welches es für Linux und MacOS gibt. Wenn man keine RAW-Bilder verwenden möchte, sollte man die von mir vorgestellten Anleitungen für Luminance HDR oder Fotoxx mal ausprobieren.

Diese kurze Anleitung ist nicht gedacht um in die Tiefen der Fotografie, der HDR-Bilder oder von Programmen einzusteigen. Sie soll lediglich ein kleiner Anreiz oder roter Faden sein, welcher mit meinen Kenntnissen, Vorlieben und Möglichkeiten erstellt wurde. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten und Variablen, mit denen sich der Interessierte noch während der Benutzung auseinandersetzen kann.

 

Kamera:

Um die Kamera vorzubereiten, geht man am einfachsten mit dem “Modus-Wahlrad” auf z.B. den “Programm”-Punkt (1) und danach mit der “Menu”-Taste (2) zu den Einstellungen. Unter Punkt 2 (3) den “AEB” (Auto Exposure Bracketing) -Bereich nach drücken der „SET-Taste“ (5) in der Mitte der „Pfeiltasten“ auf z.B. -1, 0 und +3 (4) mit den ”Pfeiltasten“ (5) (links und rechts) einstellen und danach die „SET-Taste“ (5) zum bestätigen drücken.

Danach noch die Kamera via der „Bildfrequenztaste“ (6) auf „Reihenaufnahme“ (7) mit den „Pfeiltasten“ (5) einstellen und mit der „SET-Taste“ (5) bestätigen. Die Kamera macht nun 3 Bilder in Folge, normal-, unter- und überbelichtet.

Tipp 1: Bedenkt bitte, dass die Bilder möglichst ohne Bewegung (Wackeln, Wind, etc) sein sollten, sonst hat man es bei der späteren Bearbeitung sehr schwer. Eine ruhige Hand, ein Stativ, Windstille oder Innenaufnahmen könnten da schwer von Vorteil sein.

Tipp 2: Für die Verwendung in Darktable bietet es sich an, die Bilder im RAW-Format zu speichern.

Und nun los, ein paar Aufnahmen machen! :-)

Für dieses Howto habe ich folgende 3 Bilder genommen:

 

Links normal belichtet, Mitte überbelichtet, Rechts unterbelichtet

Programm:

 

Nach dem Start von Darktable sollte man oben links im Leuchttisch-Modus die gewünschten RAW-Bilder (CR2 bei der EOS400D) importieren.

 

 

 

Es öffnet sich ein Dateibrowser indem man die Bilder auswählen kann, welche man zu einem Bild zusammenfügen möchte, alle markieren (STRG+Linke Mousetaste) und „Öffnen“ klicken, damit alle Bilder importiert werden.

 

Die Bilder sind nun in der Vorschau verfügbar, wo man sie wieder alle markieren muss (STRG+Linke Mousetaste).

 

 

 

Nun auf der rechten Seite den Button „HDR erzeugen drücken.

 

 

 

Nun wird das HDR von den ausgewählten Bildern erzeugt und in der Vorschau hinzugefügt, im Normalfall als DNG.

 

Das HDR Bild muss jetzt noch ausgewählt werden.

 

 

 

Nun wechselt man vom Leuchttisch-Modus in den Dunkelkammer-Modus, indem man rechts oben auf „Leuchttisch-Modus“ klickt.

 

Im Dunkelkammer-Modus in der „Aktiv“-Gruppe findet man das Modul „Tonemapping“, wo man die Kontrast-Kompression, die räumliche Ausdehnung, die Art der Überblendung und die Deckkraft einstellen kann. Die Auswirkung der einzelnen Aktionen sieht man in der Live-Vorschau.

 

Natürlich kann man noch viele andere Optimierungen und Veränderungen am Bild vornehmen, aber das soll nicht Bestandteil dieser Anleitung sein.

 

Nach der Bearbeitung wieder zum Leuchttisch wechseln, durch rechts oben auf „Dunkelkammer-Modus“ klicken.

 

Wenn das bearbeitete HDR ausgewählt ist, kann man unter „ausgewählte exportieren“ das Bild im gewünschten Format speichern.

 

 

 

 

 

 

 

Und dieses Bild kam dann bei mir heraus. Wundert euch nicht darüber, dass es teilweise sehr verschwommen ist, die Reihe wurde mit einem Canon EF 50mm 1:1.4 Objektiv aufgenommen – das muss also so sein 🙂

Hier nochmal kurz zusammengefasst:

  1. RAWs importieren, alle markieren, öffnen
  2. In der Vorschau alle gewünschten markieren
  3. HDR erzeugen
  4. HDR Bild auswählen, in Dunkelkammer wechseln
  5. Aktiv-Gruppe, Tonemapping
  6. In Leuchttisch wechseln, exportieren

Nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim ausprobieren der ganzen Parameter und deren Wirkung auf das Resultat. Ich gebe noch einen Tipp: es macht sehr viel Spaß, die Ergebnisse sind alle beeindruckend  und man vergisst schnell die Zeit ;-)

Creative Commons Lizenzvertrag
Die Anleitung und die enthaltenen Bilder stehen unter Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Die Anleitung wurde mit Darktable 0.9.3 unter Ubuntu Linux 10.04 LTS getestet und erstellt.

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Nun habe ich es doch getan! Ganze 4 Monate habe ich durchgehalten…

Nachdem im September schon die Samsung WB5500 Bridgekamera meine Ausrüstung aufwertete, habe ich mir zu Weihnachten eine gebrauchte Canon EOS 400D gegönnt – Danke an Lacri 😉 . Die Samsung verrichtet dennoch weiterhin ihren Dienst, da die Canon für spezielle Bilder genutzt werden soll und dafür mit geeigneten Objektiven aufgerüstet wird.

Hier ein paar Fakten:

  • Bildsensor: 22,2 x 14,8 mm C-MOS Chip (APS-C) mit 10.1 Megapixeln
  • Verschlusszeit 30 – 1/4000 s
  • Empfindlichkeit ISO100 – ISO1600
  • 16 GB + 4 GB + 512 MB CF externer Speicher
  • JPEG, RAW, DPOF 1.1, EXIF 2.21

Zum Lieferumfang gehörten außerdem zwei Akkus, ein Ladegerät, USB-Kabel, Objektiv-Kappe, UV-Filter, Audio/Video-Kabel und ein Canon EF-S 17-85mm Objektiv mit 1:4-5,6 IS USM Brennweite.

Nun heißt es die nächsten Tage intensiv zu probieren und die Funktionen zu erlernen, damit ich bald ein paar Fotos präsentieren kann 🙂 Vielleicht springt dabei auch die ein oder andere Anleitung dabei raus. Auf jeden Fall ist die Kamera schon ein anderes Kaliber, wo ich noch einiges lernen muss.

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