31
Aug

August 2013

Mir ist ohne Vorankündigung meine SSD ausgestiegen und da war große Not am Manne. Zum Glück mache ich sehr häufig Backups und auf der SSD arbeite ich an sich nur an aktuellen Projekten bei der Bildbearbeitung, da es so wesentlich schneller geht. Es ging also darum, 8 Tage an Fotos zu retten. Challenge Accepted!

Als Problem stellte sich die Home-Verschlüsselung in den Weg, welche natürlich jeder moderne Linux-Benutzer haben sollte. Aber hey, nach diversen Recherchen und einer langsamen Annäherung an die Lösung fand ich einen Artikel zur Datenrettung bei uu.de. Also habe ich mir einen USB-Stick mit einem Ubuntu 12.04 LTS System erstellt und habe davon gebootet. Mit dem nachfolgenden Befehl konnte ich glücklicherweise die Daten automatisiert auslesen.

sudo ecryptfs-recover-private

Da ich von einem Live-System aus arbeitete, waren logischer Weise die Rechte zum Zugriff nicht gegeben und ich habe mir einen Dateibrowser als root-Nutzer öffnen müssen, damit ich auf meine Daten zugreifen und sie an einen anderen Ort kopieren konnte.

sudo nautilus

Dann habe ich das System neu auf der SSD installiert und wollte die Daten natürlich wieder zurückspielen. Dazu musste ich die Rechte wieder auf mich als Benutzer ändern. Dazu habe ich als root-Nutzer erneut den Dateibrowser Nautilus geöffnet und mit einem Rechts-Click auf den Ordner, dann Eigenschaften, im Reiter Zugriffsrechte alles eingetragen und die Einstellungen auf alle Dateien übertragen. Fertig.

Zum Geburtstag des zarten Wesens habe ich einen Kobo eReader Touch erstanden. Der Preis war fair, die Haptik sehr gut und die unterstützten Formate deckten so ziemlich alles an eBooks ab. Einziger Nachteil, man musste ihn über eine Software aktivieren, welche natürlich nur für Windows verfügbar ist. Ein weiterer Nachteil für Bücher von Google Books, Thalia und Co., man benötigt DRM-Schrott namens Adobe Digital Editions, welches es natürlich auch nicht für Linux gibt.

Diese Hürden habe ich alle genommen und den Reader zum Laufen gebracht – leider nur mit Windows in der VBox. Zum Befüllen nutze ich die wundervolle Software namens Calibre, welche meine Büchersammlung verwaltet und die Synchronisation für mich erledigt. Als Buchhändler ohne lästiges DRM habe ich für mich EPUBbuy und Beam entdeckt. Die Preise sind fair und die Buchauswahl ist recht groß. Natürlich stehen auch Projekte wie Gutenberg zur Debatte.

Ich habe mal einen Lesetest an meiner OCZ Agility 3 SSD gemacht, weil mich interessierte, ob die angegebenen Werte wirklich eingehalten werden. Wie erwartet, sind die Werte nicht von schlechten Eltern.

Die kleinste Lesegeschwindigkeit lag bei 196,9 MB/s und das Maximum bei 557,8 MB/s, was 360,4 MB/s im Mittel wären.

Ansonsten habe ich ein paar Daten von einem Acer Aspire 5315 mit einer Ubuntu 12.04 LTS Live-CD retten können, nachdem das Vista seinen Kernel unreparierbar zerstört hatte und selbst die Wiederherstellungsfunktion nicht funktionierte. Als Belohnung durfte der Rechner dann nach erfolgreicher Datenrettung mit besagtem Ubuntu verwöhnt werden und verrichtet nun anstandslos seinen Dienst. Der „Windows Vista Basic“-Aufkleber wurde fachmännisch durch ein „powered by Ubuntu“ ersetzt, soviel Zeit muss sein 🙂

Das Firmware Update meiner EOS 400D verlief dank Linux Boardmitteln (dd) sehr einfach und schnell und ich musste keine zusätzlichen Tools herunterladen, wie bei anderen Betriebssystemen üblich.

31
Jul

Juli 2012

Ein Ära neigt sich dem Ende zu – nach 5 Jahren fing der Grund für mein Linux-Tagebuch an zu schwächeln und zeigt Alterserscheinungen. Es wurde also Zeit für einen neuen Weggefährten, welcher die Rechenkraft für die Bildbearbeitung mitbringt und vielleicht auch das ein oder andere Spiel verträgt. Mehrere Monate reifte diese Idee und die Komponenten wurden durchdacht und nun ist es soweit – der neue Desktop stellt sich vor:

  • Asus M5A97 Mainboard
  • AMD FX-8120 CPU mit 8x 3.1 GHz
  • Corsair Vengeance DDR3-1600 RAM 16 GB
  • AMD Radeon HD 6950 Dual DDR5 – 2 GB Grafikkarte
  • OCZ Agility 3 SSD mit 60 GB
  • Samsung 500 GB HDD
  • Aircraft Midi-Tower, Netzteil und diverse Lüfter

Wie ihr seht, ist es ein komplettes AMD System geworden, nachdem nVidia sich mit den aktuellen Linux-Treibern für mich disqualifiziert hatte. Booten macht nun endlich wieder Spaß, Bildbearbeitung läuft locker flockig von der Hand, Regnum Online ist flüssig mit allen Effekten auf Maximum, Quake Live schnurrt wie eine Katze und CS1.6 läuft unter PlayOnLinux (Wine + Winetricks + Grafikfrontend + angepasste Installer) mit 100fps – was will ich mehr?! 😀

So sieht das übrigens aus, wenn Hugin ein Panorama aus 13 Einzelbildern berechnet und AfterShot Pro daweile 36 RAW-Bilder entwickelt und exportiert 😉 Also hier gibt es scheinbar massiven Aufrüstbedarf 😀

Der Ubuntu-Desktop sieht im übrigen genau so aus, wie der des Vorgängers. Apropos, den habe ich derzeit in alle Einzelteile zerlegt und unterziehe ihn einer kompletten Reinigung, damit er vielleicht noch ein paar Jahre als Musikmaschine dienen und ich den Uralten Gericom-Laptop seine Ruhe gönnen kann.

Damit Regnum Online unter 64bit mit AMD-Grafik funktioniert (meine Vermutung, da es unter 32/64bit mit nVidia funktionierte), muss man den alternativen Launcher für 64bit Systeme ziehen und den mitgelieferten ersetzen. Und damit pyNeighborhood aus den Paketquellen seinen Dienst verrichten kann, einfach das Paket python-support nachinstallieren.

Beim Humble Bundle gibt es erstmals das Humble Music Bundle, bei dem 5 Alben DRM-frei im MP3 und FLAC Format gekauft werden konnten. Wenn man mehr als der Durchschnitt zahlt, bekommt man 12 Remixe als Zugabe.