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Apr

April 2010

Nur eine kurze Meldung heute von mir. Auf  www.einfachjabber.de findet ihr meine Turorials wieder und ihr könnt die Seite auch euren umstiegswilligen Freunden und Bekannten empfehlen, wenn diese einen Einstieg in Jabber wagen wollen. Dort findet man zu allen gängigen Betriebssystemen Anleitungen, wie man am Besten Jabber benutzen kann. Natürlich gibt es da auch allgemeine Hinweise und Informationen rund um Jabber und Hilfe, wie man an ein Konto kommt. Schaut einfach mal vorbei.

Hab ich ja ganz vergessen, meine werten Eltern haben mich letztens sehr überrascht. Kauften die sich einfach so einen Drucker, damit die sich zB Fotos und ihre Urlaubsrouten ausdrucken können. Jeder Linuxer bekommt jetzt den kalten Angstschweiß auf die Stirn getrieben, ebenso erging es mir.

Das Gerät ihrer Wahl ist ein Brother DCP-195C geworden. Scanner, Kopierer, Drucker – also Multifunktion. Nach ersten „WTF?!“ und „könntet Ihr vielleicht mal vorher fragen?!“ Ausrufen ging es also um Schadensbegrenzung. Schliesslich hatte ich meinen Ruf als Computerfachmann und somit mein Gesicht zu verlieren.

Durch die Aussage „für sowas brauche ich mal nen Tag und Ruhe“ gewann ich etwas Zeit und konnte mich in Ruhe an den Rechner setzen und bereitete mich auf stundenlanges Suchen in Foren, Patchen, Kompilieren und Fluchen vor.  Also als erstes mal die UU.de Wiki angesurft und die Hardwaredatenbank für Drucker gesucht.

Mist, Drucker war nicht gelistet! Zum Glück gab es einen Link zur Brother Linux-Treiber Seite und da stand er nun, gleich unter der Rubrik News, der DCP-195C Treiber. Also gleich mal beide .deb Pakete gezogen und installiert. Und, welch Wunder, nach der Installation den Probedruck gemacht und es funktionierte!

Kurze Erklärung für die Eltern, was sie zu tun und zu lassen haben und alles war perfekt. Einen Tag später hatte ich die Routenberechnungen für Ihren nächsten Urlaub unter der Nase liegen.

Als Erstes die gute Nachricht, es ist nur mein Netzteil kaputt gegangen.

Ich wollte auch mal den eigentlichen Werdegang meines Linux-Experiments darstellen, denn mittlerweile sind es ja schon 4 Jahre – es gibt also Grund zum feiern!

Also irgendwann Ende 2005 streikte Windows auf meinem damaligen Laptop und erkannte die Festplatte nicht mehr. Jegliche Rettungsversuche, ja sogar Neuinstallation, wurden verweigert. Also nutzte ich die Gunst der Stunde und zog mir eine Fedora Core 5 CD. Das war so in etwa März/April 2006 und das Fedora Project nannte sich noch Fedora Core. Und welch Wunder, die Festplatte wurde erkannt!

Im Studium hatte ich Kontakt zu Suse 10, wobei ich als Wirtschaftsinformatiker ja sowieso nur die Konsole nutzen durfte. Aber ich hatte zwischendurch mal Zeit mich damit zu beschäftigen und konnte über den Rand meines Fedora Linux hinwegschauen. Bei diversen Problemen mit Fedora Core 5 und dem WLAN stieß ich immer wieder auf Hilfeseiten von Ubuntu, welche mir unter Fedora auch halfen. Ende 2006 kam das neue Fedora Core 6 heraus und ich erhoffte mir Verbesserungen. Leider ging danach überhaupt kein WLAN mehr.

Durch eine Studienkollegin bin ich zu Ubuntu gestoßen, da sie mir eine CD mitbrachte, womit ich mal probieren sollte das WLAN zum laufen zu bewegen. Es handelte sich um ein Ubuntu 6.10 und das kannte ich vom Namen her schon durch meine Lösungsversuche mit Fedora. Was so eine starke Community hat, kann also so schlecht ja nicht sein.. Daher wollte ich natürlich erstmal auf einem anderen Rechner probieren, da mein Fedora 6 ja immerhin lief. Dieser Versuch scheiterte kläglich an der hundealten seriellen Maus. Zum Glück kam im April 2007 Ubuntu 7.04 raus und alles nahm seinen tieferen Lauf. Im August (wie schon im ersten Post hier beschrieben) gab es ja auch für mich einen neuen Rechner auf dem das dann auch alles wunderbar lief. Bis März 2008 fristete Fedora Core 6 sein Leben einsam und unbenutzt auf meinem Laptop und musste dann Xubuntu 7.10 weichen. Zwischenzeitlich fing ich an mit Crunchbang Linux mit Openbox Oberfläche rumzuexperimentieren. Nun hatte ich von KDE über Gnome, XFCE und Openbox genug Erfahrungen sammeln können.

Mittlerweile läuft der Desktop auf Ubuntu 8.04 LTS 64bit, den Laptop haben meine Eltern mit dem Xubuntu 8.04 LTS 32bit in Betrieb, auf meinem Netbook läuft Crunchbang Linux 9.04 32bit und auf dem Tablet läuft Maemo Linux 2008. Wie ihr sehen könnt, hat einzig und alleine KDE meinen Ansprüchen bisher nicht gerecht werden können und Gnome, XFCE und Openbox sind in ständiger Benutzung.

Ich habe mir endlich  ein neues Netzteil geholt. Bei der Gelegenheit wurde auch ein kleineres RAM-Upgrade von 2GB auf 6GB durchgeführt. Alles lief wunderbar glatt ab und funktioniert prima – 64bit Linux sei dank!

Derzeit arbeite ich an einem Projekt mit, was sich vorgenommen hat, eine Anlaufstelle für Jabber interessierte Umsteiger zu erstellen. In der Zukunft soll auf der Seite für alle erdenklichen Betriebssysteme und mobilen Geräte Anleitungen zu finden sein, wie man Jabber benutzen/einrichten/installieren kann. Ich bin für maemo und BlackBerryOS zuständig. Ich werde hier weiter über den Status berichten.

Mir ist aufgefallen, dass ich euch bisher ein paar Screenshots vom Nokia N810 unterschlagen habe. Das möchte ich jetzt an dieser Stelle nachholen.
N810

Zu sehen ist der Desktop im Star Trek Communicator Style
Sehr toll ist, dass das Theme auch gleich die typischen Klänge mitbringt – herrlich 😀
Die linke Leiste ist eine Art Taskleiste mit (von oben nach unten) meinem personalisierten Menu, Webbrowser und dem Standardmenu. Die obere Leiste beinhaltet Home, was auch wieder ein Menu für Systemeinstellungen ist, Helligkeits- und Klangeinstellungen, Bluetooth, WLAN und Akku.
Unten links die Uhr mit Kalender.

N810

Hier sieht man schön das oben angesprochene personalisierte Menü, mit allen Programmen, welche ich so brauche.

N810

Hier mal das Chatfenster von meinem Chatraum in Pidgin für Maemo
N810

Eine meiner liebsten Anwendungen, der Maemo Mapper.
Ist eine Art Navi und Kartendarstellungsprogramm, welches mit OpenStreetMap Karten funktioniert. Sehr toll.
In der Ansicht sieht man die ganzen Geocaches als POI von GPXview eingebettet. So weiss ich immer, wo der nächste Cache zu finden ist
N810

Das schon erwähnte GPXview in der Listenansicht.

Auf die einzelnen Caches kann man noch draufclicken und man erhält alle erdenklichen Infos zu den Caches und einen GPS-Kompass, welcher einem die Richtung und Entfernung zum gewünschten Cache zeigt.

N810

Und zum Schluss nochmal ein Bild vom Browser.

Alles in Allem ist das Gerät sehr gelungen und das Maemo Linux Betriebssystem von Nokia ist auch respektabel. Die Programmauswahl ist auch erstaunlich vielseitig, zumindest was meine Zwecke betrifft. Einziger Nachteil ist, dass es kein integriertes UMTS hat, also wenn man Unterwegs ist braucht man immer ein WLAN oder Handy über Bluetooth um zB die Karten auf dem Maemo Mapper zu aktualisieren.

Aber der Nachfolger, das N900 mit dem neuen Maemo5 Linux ist jetzt erhältlich, welches diesen Makel nicht mehr hat.

Weiterhin habe ich offiziell mein Uraltes Notebook aus dem Jahre 2001 meinen Eltern übergeben. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern nie wirklich mit Computern Umgang hatten und natürlich auch altersbedingt nicht wirklich mit der modernen Technik klar kommen. Also war das Naheliegendste natürlich ein Linux, denn das kann ich wunderbar anpassen und restriktieren.

Als Grundlage habe ich XUbuntu genommen und ein wenig modifiziert. Linux allein schon deswegen, weil der ganze Sicherheitskram wie Virenscanner und Co. natürlich nicht benötigt werden. Mit einem standard Windows wären sie schon von vornherein überfordert gewesen und hätten erst das ganze Drumherum lernen und verstehen müssen. Denn warum soll ich für EMails schreiben, einen Brief aufsetzen, bissl Fotos anschauen, das Internet kennenlernen, die Vorzüge von Chatten und etwas Urlaubsplanung und Bildung gleich ein System aufsetzen, was mit zu viel Drumherum einfach übfordernd wäre?

So ist es für’s Erste nur mit ihren Grundbedürfnissen bestückt und der Lernprozess kann nun beginnen.
Laptop Eltern

Wie ihr seht, habe ich nur das Nötigste installiert und freigegeben. Firefox zum Surfen mit Wikipedia als Voreinstellung, Thunderbird zum EMails schreiben mit voreingestelltem Konto, von OpenOffice.org den Writer zum Briefe schreiben, Google Earth zum Urlaubsorte anschauen und Pidgin zum Chatten.

Updates habe ich ausgeschalten und alle Menus gesperrt und die Verbindung zum WLAN habe ich automatisiert. Also brauchen sie sich nur anmelden und alles wird gut 😀

Die Einweisung hat ganze 10 Minuten gedauert und am gleichen Abend habe ich sogar noch eine EMail von Ihnen bekommen. Also scheint mein System ihren Kenntnissen entsprechend perfekt gestaltet zu sein, denn sie haben noch nie alleine ohne meine Hilfe eine EMail verfassen können. Demnächst werde ich sie mal dazu nötigen, mit mir zu chatten und das Internet zu benutzen.